Helfen kann - Mit Spasmus leben!

Alle Menschen können durch Sauerstoffmangel zum Spastiker werden

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Patentrezepte kann ich an dieser Stelle keine verkünden, zu unterschiedlich schwer verläuft spastische Behinderung.
Nachfolgend  möchte ich dennoch auf drei mir helfende Therapien (Vojta,  Botoliniumtoxin, Hippotherapie) hinweisen, die mir deutliche  Erleichterungen und im geringen Umfang sogar Verbesserungen gebracht  haben.
Vorausschicken  muss ich, dass für jeden noch so kleinen Erfolg absoluter Fleiß und  Disziplin erforderlich sind. Ich hatte bisher das große Glück, ohne  größere Pausen ständig physiotherapeutische Anwendungen in Anspruch  nehmen zu dürfen.
Ziele der Krankengymnastik

Die  krankengymnastische Therapie ist die Basis der Spastiktherapie. Ziel  der Physiotherapie ist das Training verbliebener motorischer Funktionen  einerseits und die Vermeidung von Muskel-, Sehnen- und  Gelenkkontrakturen andererseits.
Während  bei immobilen Patienten die Kontrakturvobeugung im Vordergrund steht,  ist die funktionserhaltende Physiotherapie bei mobilen Patienten  eigentliches Ziel der Behandlung. Die wichtigsten, allein auf  erfahrungsgemäßer Erfahrung basierenden Behandlungsverfahren sind die  Behandlungstechniken von Bobath und Vojta, die eigentlich für Kinder mit  Zerebralparese Zerebral Parese entwickelt wurden.
Die  Behandlungsmethode nach Bobath hat sich jedoch für die Behandlung der  Muskelspastik des Erwachsenen weitgehend durchgesetzt. Der rationale  Hintergrund der Bobath-Therapie ist die Hemmung von pathologischen  Reflexmustern, die sich mit der Entwicklung der Spastik einstellen,  wobei in erster Linie die Beugespastik an der oberen Extremität und die  Streckspastik an der unteren Extremität verhindert werden soll.
Mit  der Vojta-Technik sollen noch im zentralen Nervensystem vorhandene  Bewegungsmuster reaktiviert werden. Als dritte, relativ weit verbreitete  Methode ist die propriozeptive  neuromuskuläre Facilitation/Bahnung (PNF) zu nennen, durch die spinale  Motorneurone reflektorisch aktiviert werden sollen. Diese Methode wie  auch die Myofeedback-Technik myogen ist jedoch im eigentlichen Sinne keine antispastische Behandlung, da  sie nicht zu einer Reduktion des spastischen Muskeltonus führt.
Die krankengymnastische Behandlung hat darüber hinaus zum Ziel, die posturale Kontrolle zu verbessern, durch Kontrakturprophylaxe und Verbesserung  der Durchblutung Druckgeschwüre zu vermeiden und die Gehfähigkeit von  Patienten mit spastischen Paresen durch Einsatz von Rollator, Krücken  und anderen technischen Ausrüstungen zu ermöglichen.
Selten  sind spastische Syndrome umkehrbar, wie zum Beispiel gelegentlich bei  einem Schädel-Hirn-Trauma. Da es sich meistens um Folgen von bleibenden Läsionen deszendierender Bahnen handelt, muss auch die Therapie lebenslang  erfolgen. Allerdings kann die Zahl der krankengymnastischen Behandlungen  reduziert werden, wenn Patienten oder Angehörige in die Behandlung  eingewiesen werden, damit Übungen zu Hause selbst durchgeführt werden  können. Grundsätzlich gilt, dass bei schwerer Muskelspastik eine  krankengymnastische Behandlung mindestens zwei mal pro Woche mit einer  jeweiligen Behandlungsdauer von mindestens 30 Min. (besser 45 Min.)  notwendig ist. Studien dazu liegen jedoch nicht vor.
Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung

Mündlich verabreichte antispastisch wirksame Medikamente dämpfen die Dehnungsreflexe auf spinaler (Wirbelsäule, Rückenmark) Ebene (z.B. Baclofen, Tizanidin, Benzodiazepine) oder wirken muskelentspannend (Dantrolen).
Die "klassischen" Antispastika kommen bei der Behandlung der generalisierten Spastik, von Kloni und schmerzhaften Spasmen zur Anwendung. Häufige Gründe für einen Therapieabbruch sind jedoch eine verstärkte Müdigkeit und Benommenheit und eine generalisierte Muskelschwäche, die zur Instabilität der gelähmten Extremität führen kann. Deshalb werden orale Antispastika oft nicht bis zu einer therapeutisch befriedigenden Stärke aufdosiert.
Besteht eine umschriebene Spastik, ist die Behandlung mit Botulinumtoxin zu erwägen. Botulinumtoxin blockiert die neuromuskuläre Übertragung in der injizierten Muskulatur und dämpft somit die spastische Muskelaktivität fokal.
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